15.10.09-05.11.09 Baden-Württembergische Literaturtage Konstanz: grenzenlos

Motto Grenzenlos

“Grenzenlos” war das Motto der Baden-Württembergischen Literaturtage 2009 in Konstanz.

Grenzenlos ist die Macht der Literatur, die es vermag, Grenzen aufzuzeigen, sie zu überschreiten oder nieder zu reissen. Sie kann fesseln, inspirieren, vergnügen, den Geist erhellen – grenzenlos sind die Möglichkeiten für die, die es verstehen, mit Wort und Sprache zu agieren.

Aus literarischer Perspektive näherten wir uns bei den Literaturtagen Grenzen unterschiedlichster Art.

Einen Einblick gaben die Autoren Arno Geiger und Anette Pehnt:

Es gibt scharfe und verschwimmende Grenzen, es gibt gefährliche Grenzen. Manche Grenzen sind nicht hinterfragbar, manche entschieden anfechtbar. Es gibt physische, physikalische, territoriale Grenzen. Grenzen sind Alltag und manchmal glückliche Alltäglichkeit. Wir berühren Grenzen auf Schritt und Tritt, wir sind in sie eingespannt, kommen über sie nicht hinaus. Es gibt die Grenze des Sichtbaren, die des Erträglichen und die des Möglichen.
Wahre Grenzenlosigkeit ist selten, obwohl man von grenzenloser Liebe, gren-
zenlosem Vertrauen, grenzenloser Schlamperei und grenzenloser Dummheit redet. Angeblich sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es schadet nie, wenn man die Grenzen kennt. Kennt man sie nicht, kann man sie austesten. Grenzen sind Teil der Menschenrechte: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Viel mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen.
Arno Geiger

Für Ahnungslose sind Grenzen eine Erregung. Gut, dass es sie gibt – man kann sie umspielen, mutig untergraben, klug umgehen oder sogar überfliegen. Früher habe ich mit Grenzen geflirtet. Inzwischen fürchte ich sie und glaube nicht mehr an ihre Überwindung, selbst wenn der Bagger kommt.
Annette Pehnt